Klimaschutzpolitik

Die Stadt Schmölln beschloss im Jahr 2012, die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes, das insbesondere die Bereiche Strom, Wärme und Verkehr betrachtet. Die Förderung dazu wurde für das Jahr 2014 durch den Projektträger Jülich bestätigt.

Mit der Erstellung und Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes "Schmölln klimaktiv" verfolgt die Stadt Schmölln folgende Ziele der langfristigen Stadtentwicklung:

  • Verringerung der Treibhausgasemissionen mindestens in der Größenordnung der Bundes- bzw. Landeszielstellung,
  • Sicherstellung der Versorgungssicherheit insbesondere unter dem Aspekt des zunehmenden Einsatzes Erneuerbarer Energien,
  • Zwingende Einbindung der Belange des Klimaschutzes und der Energieeffizienz in die kommunale Bauleitplanung,
  • Senkung des Energieverbrauchs und Erhöhung der Energieeffizienz in der Stadt allgemein und im kommunalen Handeln als Vorbildfunktion im Besonderen und damit Senkung der Energiekosten,
  • Erhöhung der Effektivität der Wärmeerzeugung in kommunalen Liegenschaften, in privaten Haushalten und in der Industrie durch Modernisierung der Heizungsanlagen, Verbesserung der Energieeffizienz der baulichen Anlagen, Schaffung von quartiersbezogenen Wärmenetzen und dem Einsatz Erneuerbarer Energien; Decarbonisierung (CO2-Reduzierung) der Wärmeversorgung,
  • Kommunikation, Partizipation und Motivation von Aktivisten und Bevölkerung.

Klimaschutzkonzept

Das Vorhaben "Integriertes Klimaschutzkonzept - Schmölln klimaktiv"  - gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (Förderkennzeichen: 03KS6298) - hatte den Schwerpunkt, insbesondere den Stand der Energieerzeugung und der Energiebedarfsdeckung in Schmölln zu analysieren. Es wurden die Potenziale der Erneuerbaren Energien - Photovoltaik, Solarthermie, oberflächennahe Geothermie, Wasserkraft, Windkraft, Wärme aus Abwasser, Biomasse - im Stadtgebiet ermittelt und die Möglichkeiten der Ablösung der herkömmlichen Energieträger durch erneuerbare Energien untersucht.

Im Ergebnis des Projektes steht das Klimaschutzkonzept der Stadt Schmölln, welches Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauches, zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Erhöhung des Anteiles an erneuerbaren Energien aufzeigt.

Neben der Energieverwendung ist der Verkehr mit ca. 16 % die zweitgrößte Emissionsquelle für klimaschädliche Treibhausgase. In der CO2-Bilanz der Stadt wird der Sektor Verkehr mit analysiert und die Maßnahmen der Lärmschutzplanes in den Kontext des Klimaschutzes gestellt.

Projektzahlen

Projektlaufzeit01. März 2014 - 31. Dezember 2014
Konzeptinhalt Energie und CO2-Bilanz der Stadt Schmölln unterteilt in 30 nach Nutzungsstruktur und Bautzeitenklassen der Immobilien bestimmten Stadtquartieren,Potenzialanalyse Erneuerbare Energie und Ennergieeffizienz, insbesondere WärmeerzeugungTreibhausgasemission des Verkehrssektors und Verbindung des Klimaschutzes mit dem Aktionsplan Lärmschutz,Maßnahmepläne für kurz- mittel- und langfristige Maßnahmen zur Sicherung des Klimaschutzes,Konzepte für Öffentlichkeitsarbeit und Maßnahmecontrolling
Quartiere der StadtUm auch innerhalb der Stadt Schmölln vergleichbare Ergebnisse hinsichtlich der Energieverbräuche, Emissionen und Einsätze Erneuerbarer Energien ableiten zu können, muss die Stadt in Quartiere eingeteilt werden. Diese Einteilung gestatte es zu dem, Handlungsschwerpunkte zu eliminieren. 
 
Methodik zur Datenerfassung
ProjektbeiratFür eine ortskundige fachliche Begleitung, die Einbindung des Stadtrates in die Projektarbeit und zu Umsetzung der Konzeptes zur Öffentlichkeitsarbeit hat IAB Weimar die Bildung eines Projektbeirates angeregt.

Standortkonzeption Photovoltaik-Freiflächenanlagen (PV-FFA)

Zur weiteren Steuerung von PV-Freiflächenanlagen (PV-FFA) hat die Stadt Schmölln eine Standortkon-zeption erarbeitet. In dieser werden ausgehend von rechtlichen und planerischen Vorgaben sowie selbst gewählter Kriterien Flächen ermittelt, die unter Berücksichtigung der gewählten Kriterien als Standorte für PV-Freiflächenanlagen geeignet sind, wobei in den nachgeordneten Verfahren eine ergänzende konkrete Bewertung weiterer Kriterien (z. B. Artenschutz, Leitungsbestand, Landschaftsbildbewertung etc.) zu er-folgen hat. Die vorliegende Standortbewertung bezieht auch Solarthermieanlagen sowie Agri-PV-Anlagen ein, die nicht der Privilegierung des § 35 Abs. 1 Nr. 9 BauGB unterliegen. Unbeschadet der vorliegenden Konzeption sind PV- und Solarthermieanlagen weiterhin auf Gebäuden und baulichen Anlagen sowie in Bebauungsplangebieten zulässig, in denen keine anderweitigen Festsetzungen getroffen wurden.

Aus der vorliegenden Konzeption lässt sich kein Anspruch auf die Aufstellung eines Bebauungsplanes für eine PV-FFA ableiten. Hierzu hat der Stadtrat ergänzend festgelegt, dass neben den Angebotsflächen, den bedingt geeigneten Flächen sowie einem 200 m-Bereich beiderseits der BAB A 4 die Inanspruch-nahme von Landwirtschaftsflächen für PV-FFA auf 2 % der Landwirtschaftsfläche begrenzt wird. Ausge-hend von den Flächenangaben des Thüringer Landesamtes für Statistik (30.09.2024) weist die Stadt Schmölln zum 31.12.2023 Landwirtschaftsflächen im Umfang von 7.506 ha. Bei einer Begrenzung auf 2 % kann eine Fläche von 150,1 ha für PV-FFA zur Verfügung gestellt werden.

KlimaWandeln – Thüringer Zukunftsbilder

Schmölln ist eine von 5 Pilotkommunen

Gestaltung des Schmöllner Zukunftsbildes

29.05.2025. Mit dem Projekt "KlimaWandeln – Thüringer Zukunftsbilder" werden positive Narrative entwickelt, die Mut machen, Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung gemeinsam mit Akteuren vor Ort zu gestalten.

Schmölln ist eine von 5 Pilotkommunen in Thüringen (mit 6.000 bis 100.000 Einwohner*innen), die die Möglichkeit hat, mitzuwirken. 

Am Dienstag saßen Bürgermeister, Wirtschaftsförderin, Bauamtsleiter, Energiemanager und Landratsamt zusammen, um gemeinsam mit dem "Zukunftsfähigen Thüringen e.V." und "Reinventing Society e.V." das Schmöllner Zukunftsbild zu gestalten. 

Im ersten Schritt suchten sie einen passenden Bildausschnitt aus und überlegten dann in Schritt zwei, wie ein nachhaltiges, regeneratives Schmölln aussehen könnte. 

Ihre Visionsreise brachte interessante Perspektiven hervor. So zum Beispiel ein Sprotte-Bachlauf oder eine RoofTop-Bar. 

Ein Grafikbüro setzt die Ideen und Wünsche nun um. 

Zukunft gemeinsam gestalten – KlimaWandeln in Schmölln 

Realutopie Zukunftsbild_Workshop

04.11.2025. Wie sieht Schmölln im Jahr 2050 aus? Mehr Grün, weniger Hitzeinseln, lebenswerte Orte, an denen wir uns wohlfühlen und Zukunft gestalten können – genau darum ging es beim Workshop „KlimaWandeln – Thüringer Zukunftsbilder – Zukunft in Schmölln gemeinsam gestalten“, der am Dienstag, den 28. Oktober 2025, stattfand.

Rund 17 engagierte Teilnehmer*innen aus der Bevölkerung – darunter auch Gartenbesitzer, Vertreter des Garten- und Landschaftsbaus – sowie Mitarbeitende der Stadtverwaltung kamen zusammen, um über das Zukunftsbild von Schmölln zu diskutieren. In zwei Gruppen entwickelten sie erste Ideen und Handlungsziele zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung. Unter dem Motto „Von der Vision zur Realität“ wurden mögliche Maßnahmen besprochen, die teils schon ab 2026/27 umgesetzt werden könnten.

„Klima- und Zukunftsthemen gelingen nur, wenn wir sie gemeinsam mit den Menschen vor Ort denken,“ betonte Bürgermeister Sven Schrade. „Ich freue mich, dass viele engagierte Bürgerinnen und Bürger mitgemacht haben – das zeigt, wie groß das Interesse ist, unsere Stadt aktiv zu gestalten und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.“

Nach intensiven Austauschrunden entstanden grobe Ideen und Pläne für kommende Schritte. Ziel ist es, die Stadt Schritt für Schritt klimaresilienter, grüner und lebenswerter zu gestalten.

Dies ist auch Teil der Maßnahmen als Global Nachhaltige Kommune. Seit 2019 ist die Stadt Schmölln als solche zertifiziert.

Der Workshop ist Teil des Projekts „KlimaWandeln – Thüringer Zukunftsbilder“, bei dem positive Zukunftsnarrative entwickelt werden, die Mut machen, Klimaschutz und Klimaanpassung gemeinsam mit den Menschen vor Ort zu gestalten. Schmölln ist dabei eine von fünf Pilotkommunen in Thüringen mit 6.000 bis 100.000 Einwohner*innen, die aktiv an ihrem Zukunftsbild mitarbeiten.

Bereits im Mai 2025 hatten Bürgermeister, Wirtschaftsförderin, Bauamtsleiter, Energiemanager und Vertreter des Landratsamtes gemeinsam mit dem Zukunftsfähigen Thüringen e.V. und Reinventing Society e.V. die Grundlagen gelegt. Sie entwarfen erste Ideen für ein nachhaltiges, regeneratives Schmölln – etwa einen belebten Sprotte-Bachlauf oder eine RoofTop-Bar – die später von einem Grafikbüro visualisiert wurden.

Der aktuelle Workshop knüpft daran an und bringt Schmölln seinem Ziel ein Stück näher:
Eine Stadt, in der Zukunft entsteht, weil wir sie gemeinsam denken und gestalten.

Schmöllner Zukunftsbild

Weitere Informationen: Zukunftsfähiges Thüringen e.V., Reinventing Society e.V. 
Zum Projekt: Thüringer Zukunftsbilder

Ansprechpartner

Stadtverwaltung Schmölln

Bauamt

Aufnahme des Schmöllner Rathauses mit umliegenden Gebäuden und dem davor liegenden Marktplatz