Noch länger zu sehen: „Märchenhaft geschnitten“

Einladung Märchenhaft geschnitten

21.09.2026. Die Resonanz auf die Ausstellung „Märchenhaft geschnitten“ ist groß – deshalb bleibt sie länger als ursprünglich geplant in der Rathausgalerie zu sehen. Aufgrund des hohen Andrangs und des großen Interesses hat sich die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Freundeskreis Scherenschnitt dazu entschieden, die Ausstellung bis zum 2. Oktober 2026 zu verlängern.

In der inzwischen als „Luise-Neupert-Saal“ bezeichneten Rathausgalerie sind Werke von Luise Neupert sowie von ehemaligen und heutigen Mitgliedern des Freundeskreises Scherenschnitt zu entdecken. Wer die Ausstellung bisher noch nicht besucht hat oder noch einmal in die filigrane Welt der Scherenschnittkunst eintauchen möchte, hat damit noch etwas länger Gelegenheit dazu.

Weitere Möglichkeiten, Luise Neupert zu entdecken

Auch an anderen Orten wird das Leben und künstlerische Schaffen von Luise Neupert weiterhin gewürdigt.

Im Museum Burg Posterstein ist noch bis zum 15. November 2026 die Ausstellung „Mehr als Schwarz und Weiß – Nackte Nymphen und scharfe Schnitte“ zu sehen.

Am Freitag, 9. Oktober 2026, findet dort ab 17 Uhr außerdem ein besonderer „Luise-Neupert-Abend“ statt. Der Abend beginnt mit einer exklusiven Führung durch die Sonderschau. Anschließend gibt es ein Zeitzeugengespräch mit Publikumsgespräch. Gezeigt wird zudem der rund 30-minütige Dokumentarfilm, den TV-Journalist Gunther Auer über Luise Neupert zusammengestellt hat. Für Getränke und einen kleinen Imbiss ist gesorgt.

Der Eintritt ist frei. Für die bessere Planung wird um Voranmeldung im Museum Burg Posterstein gebeten.

Luise Neupert im Museum Lyonel Feininger in Quedlinburg

Auch im Museum Lyonel Feininger in Quedlinburg ist Luise Neupert aktuell vertreten. Die Ausstellung „Frauen sind …!“ ist noch bis zum 11. Januar 2027 zu sehen und widmet sich ausschließlich Werken von Künstlerinnen, die Frauen darstellen – von Frauenfiguren und Frauenkörpern bis hin zu Frauenbildern, inneren Zuständen und äußeren Rollen.

Im Mittelpunkt stehen die Künstlerinnen Grita Götze, Kat Menschik, Kerstin Grimm, Tanja Pohl und Luise Neupert. Die Ausstellung lädt dazu ein, unterschiedliche Perspektiven darauf zu entdecken, wie Frauen gesehen, interpretiert und dargestellt werden.

Für das zur Ausstellung erscheinende Buch steuerte Marlene Hofmann vom Museum Burg Posterstein einen Beitrag bei.

Damit bietet sich auch über das Jubiläumsjahr hinaus an verschiedenen Orten die Gelegenheit, Luise Neupert und ihr vielseitiges künstlerisches Schaffen neu oder wiederzuentdecken.

Ein Abend voller Erinnerungen an Luise Neupert

Luise Neupert

14.09.2026. Mit einer festlichen Veranstaltung hat die Stadt Schmölln gemeinsam mit der Burg Posterstein und dem Freundeskreis Scherenschnitt am Montag, dem 14. September 2026, den 100. Geburtstag der Künstlerin und Illustratorin Luise Neupert gewürdigt. Mehr als 60 Gäste kamen in die Rathausgalerie, um gemeinsam an eine außergewöhnliche Schmöllner Persönlichkeit zu erinnern und ihr künstlerisches Lebenswerk zu feiern.

Für einen besonders stimmungsvollen Auftakt sorgten Matthias und Michael von Hintzenstern mit ihrer musikalischen Umrahmung. Mit ihrem Konzert verliehen sie dem Abend eine ganz besondere Atmosphäre. Als besondere Überraschung hatten die beiden Musiker sogar ein eigenes Stück zu Ehren von Luise Neupert komponiert und an diesem Abend erstmals präsentiert.

Einen eindrucksvollen Einblick in das Leben und Schaffen der Künstlerin bot der Dokumentarfilm von Gunther Auer. Persönliche Erinnerungen, Bilder und Einblicke in ihr künstlerisches Wirken ließen Luise Neupert noch einmal lebendig werden und zeigten, wie nachhaltig sie das kulturelle Leben Schmöllns geprägt hat.

Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Minestrone nach einem Rezept von Luise Neupert, frische Aufstriche, Brote und Baguette sowie weitere kleine Köstlichkeiten luden die Gäste zum gemeinsamen Verweilen und Austausch ein.

Für den emotionalen Höhepunkt des Abends sorgte schließlich eine besondere Überraschung: Die bisherige Rathausgalerie trägt künftig den Namen „Luise-Neupert-Saal“. Gemeinsam wurde das neue Schild feierlich enthüllt. Damit erhält das künstlerische Erbe der Schmöllnerin einen festen und sichtbaren Platz im Rathaus und wird auch künftig mit dem Ort verbunden sein, an dem ihre Werke und die Kunst des Scherenschnitts immer wieder präsentiert werden.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde außerdem Maria Markgraf für ihre Teilnahme am Luise-Neupert-Preis gewürdigt. Sie hatte als einzige Teilnehmerin einen Scherenschnitt eingereicht und erhielt dafür eine kleine Aufmerksamkeit. Da mit nur einer Einreichung keine Vergleichsmöglichkeit gegeben war, wird der Preis erneut ausgeschrieben. Künftig soll er dann auch mit einem Preisgeld verbunden sein.

Mit dem festlichen Abend fand das Jubiläumsjahr rund um den 100. Geburtstag von Luise Neupert einen würdigen Abschluss. Zahlreiche Veranstaltungen hatten in den vergangenen Monaten ihr Leben und Werk auf vielfältige Weise erlebbar gemacht. Die große Resonanz und die vielen persönlichen Erinnerungen an diesem Abend zeigten einmal mehr, wie eng Luise Neupert mit Schmölln und seinen Menschen verbunden ist.

„Luise Neupert hat mit ihrer Kunst, ihrer Kreativität und ihrer besonderen Persönlichkeit viele Menschen berührt und Schmölln über Jahrzehnte kulturell geprägt. Der Abend hat eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig die Erinnerung an sie bis heute ist. Besonders freue ich mich, dass wir mit der Umbenennung der Rathausgalerie in Luise-Neupert-Saal einen Ort geschaffen haben, der ihren Namen dauerhaft trägt. Mein herzlicher Dank gilt allen, die dieses Jubiläumsjahr mitgestaltet und damit dazu beigetragen haben, das Andenken an Luise Neupert lebendig zu halten“, so Bürgermeister Sven Schrade.

Ein besonderer Dank gilt dem Museum Burg Posterstein und dem Freundeskreis Scherenschnitt für die gemeinsame Organisation und Durchführung der Veranstaltung sowie für ihr großes Engagement, das dazu beigetragen hat, das Leben und Wirken von Luise Neupert in diesem besonderen Jubiläumsjahr lebendig zu halten.

Großes Interesse an Ausstellungseröffnung „Märchenhaft geschnitten“

Vernissage "Märchenhaft geschnitten"

25.06.2026. Trotz hochsommerlicher Temperaturen war die Rathausgalerie Schmölln am Donnerstagabend bis auf den letzten Platz gefüllt. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher waren der Einladung zur Vernissage der Ausstellung „Märchenhaft geschnitten“ gefolgt und erlebten einen abwechslungsreichen und stimmungsvollen Auftakt des nächsten Höhepunktes im Luise-Neupert-Jubiläumsjahr.

Vielleicht waren es die angenehm kühlen Ausstellungsräume, die viele Gäste anzogen, vor allem aber das große Interesse an Leben und Werk der Schmöllner Künstlerin Luise Neupert und der Scherenschnittkunst. Zur Begrüßung erwarteten die Besucher neben erfrischenden Getränken auch frische Melonenstücke – eine kleine sommerliche Überraschung.

Für den musikalischen Rahmen sorgten Schülerinnen und Schüler der Musikschule Altenburger Land, Schulteil Schmölln. Mit zwei Saxophonisten und Klavierbegleitung schufen sie eine besondere Atmosphäre und bereicherten die Veranstaltung mit einem abwechslungsreichen Programm.

Die Ausstellung zeigt Werke von Luise Neupert sowie Arbeiten ehemaliger und aktueller Mitglieder des Freundeskreises Scherenschnitt. Sie vermittelt eindrucksvoll, wie die Begeisterung der Künstlerin für die filigrane Kunstform bis heute fortwirkt und von Generation zu Generation weitergegeben wird.

„Märchenhaft geschnitten“ ist bis zum 18. September 2026 in der Rathausgalerie Schmölln zu sehen. Die Ausstellung bildet einen wichtigen Bestandteil des Jubiläumsjahres zum 100. Geburtstag Luise Neuperts. Ein besonderer Höhepunkt wird die Festveranstaltung am 14. September 2026 sein, bei der unter anderem erstmals der Luise-Neupert-Preis verliehen wird.

Märchenhaft geschnitten – Ausstellung eröffnet weiteren Höhepunkt im Luise-Neupert-Jubiläumsjahr

Scherenschnitt von Engeborg König

01.06.2026. Das Jubiläumsjahr zum 100. Geburtstag der Schmöllner Künstlerin Luise Neupert nimmt weiter Gestalt an. Nach vielen Projekten und Veranstaltungen bildet die Ausstellung „Märchenhaft geschnitten“ den nächsten besonderen Höhepunkt im Gedenkjahr und rückt das künstlerische Schaffen sowie die nachhaltige Wirkung der Künstlerin in den Mittelpunkt.

Vom 26. Juni bis 18. September 2026 zeigt die Rathausgalerie Schmölln Werke von Luise Neupert sowie Arbeiten ehemaliger und derzeitiger Mitglieder des Freundeskreises Scherenschnitt Schmölln. Die feierliche Vernissage findet am 26. Juni 2026 um 18 Uhr statt.

Luise Neupert teilte ihre eigene Begeisterung für den Scherenschnitt seit Beginn der 1980er Jahre mit zahlreichen Interessierten. Gemeinsam mit Ingeburg König initiierte sie unter dem Dach des damaligen Kulturbundes den „Freundeskreis Scherenschnitt“. Mit ihrer Leidenschaft für Märchen, Illustrationen und die Schwarz-Weiß-Kunst prägte sie nicht nur ihr eigenes umfangreiches Werk, sondern inspirierte auch viele Mitstreiterinnen.

Dabei stand nicht allein das fertige Bild im Mittelpunkt, sondern vor allem die Freude am kreativen Prozess – von der ersten Idee bis zum fertig aufgeklebten Motiv. Diese Begeisterung übertrug sich auf die Mitglieder des Freundeskreises und führte zu zahlreichen Gemeinschaftsarbeiten. Märchen, Sagen, Sprichwörter, Pflanzen und viele weitere Themen fanden ihren Weg in filigrane Scherenschnitte, die einst öffentliche Einrichtungen in Schmölln schmückten und später in jährlich erscheinenden Kalendern präsentiert wurden.

Die Ausstellung eröffnet Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in die märchenhafte Bildwelt Luise Neuperts und zeigt zugleich Arbeiten von unter anderem Ingeburg König, Christel Krippner, Elfriede Baltrusch, Elke Sieg und Angela Kiesewetter-Lorenz. Sie macht damit sichtbar, wie die künstlerische Handschrift und die Leidenschaft Luise Neuperts bis heute weitergetragen werden.

Gleichzeitig schlägt die Ausstellung den Bogen zum zentralen Ereignis des Jubiläumsjahres: Sie endet nahezu zeitgleich mit dem 100. Geburtstag Luise Neuperts am 14. September 2026. An diesem Tag findet um 18 Uhr in der Rathausgalerie Schmölln eine besondere Festveranstaltung statt.

Ein besonderer Höhepunkt wird dabei die erstmalige Verleihung des Luise-Neupert-Preises sein. Der neue Kunstpreis soll künftig alle zwei Jahre vergeben werden und das kreative Erbe der Künstlerin lebendig halten. Die Ausschreibung für den Sonderpreis startet bereits im Januar 2026.

Mit dem Jubiläumsjahr würdigt die Stadt Schmölln nicht nur das außergewöhnliche Lebenswerk einer bedeutenden Künstlerin, sondern macht zugleich sichtbar, wie Kunst Menschen über Generationen hinweg verbindet und inspiriert.

Ausschreibung: Luise-Neupert-Preis 2026

Anlässlich des 100. Geburtstages der Schmöllner Künstlerin und Illustratorin Luise Neupert (1926–2009) wird erstmals in diesem Jahr 2026 der Luise-Neupert-Preis verliehen. Der Preis würdigt das künstlerische Erbe einer Frau, die mit ihren Scherenschnitten, Illustrationen und Märchenbildern Generationen begeistert und inspiriert hat.

Die Preisverleihung findet am 14. September 2026 – dem Geburtstag von Luise Neupert – in der Galerie in Schmölln statt. Der Preis wird künftig alle zwei Jahre vergeben.

a)    Teilnahmebedingungen

Eingereicht werden können Scherenschnitte (auch als Papierschnitt oder Collage) mit Motiven aus

  • der Stadt Schmölln,
  • ihren Ortsteilen oder
  • den Schmöllner Partnerstädten.

Teilnehmen kann jede*r – unabhängig von Alter oder Herkunft. Besonders erwünscht ist die Förderung junger Talente.

Auch Künstler*innen und Interessierte aus den Partnerstädten Schmöllns sind herzlich eingeladen.

b)    Ziel des Preises

Mit dem Luise-Neupert-Preis sollen:

  • die Kunstform des Papierschnitts gepflegt und weiterentwickelt,
  • das künstlerische Erbe von Luise Neupert lebendig gehalten,
  • junge und erfahrene Künstler*innen gleichermaßen ermutigt und gefördert,
  • sowie die kulturelle Verbundenheit mit den Partnerstädten gestärkt werden.

c)    Preise & Jury

Der Luise-Neupert-Preis ist mit einem Geldpreis sowie einer Ausstellung der prämierten Werke verbunden.

Über die Vergabe entscheidet eine unabhängige Fachjury aus Kunst, Kultur und Stadtgesellschaft.

d)    Fristen & Einsendung

Die Ausschreibung startet am 22. Januar 2026. Einsendeschluss ist der 30. Juni 2026.

Einreichungen bitte senden an:

Stadtverwaltung Schmölln
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Maja Persch
Markt 1
04626 Schmölln

e)    Verleihung

Die feierliche Preisverleihung findet am 14. September 2026 um 18 Uhr im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Luise Neupert in der Rathausgalerie in Schmölln, Markt 1, 04626 Schmölln, statt.

Wir laden alle Interessierten herzlich ein, sich zu beteiligen und mit ihren Arbeiten das künstlerische Erbe Luise Neuperts fortzuführen.

 

Termine auf einem Blick

03. Mai 2026 - Ausstellung: Mehr als Schwarz und Weiß – Nackte Nymphen und scharfe Schnitte (Burg Posterstein)

Ausstellungseröffnung: 03. Mai, 15 Uhr, Burg Posterstein/ Ausstellngsraum

Die Ausstellung „Mehr als Schwarz und Weiß: Nackte Nymphen und scharfe Schnitte“ gibt einen umfangreichen Einblick in die Biografie und das Schaffen der Schmöllner Künstlerin Luise Neupert. Nackte Nympfen und märchenhafte Szenerien: Besonders für ihre Scherenschnitte erlangte sie überregionale Bekanntheit. Doch Luise Neuperts Lebenswerk umfasst unter anderem auch Gebrauchsgrafik, Illustration, Textildesign und Keramik.


Ausstellungszeitraum: 03.05.2026 - 15.11.2026,

25. Juni 2026 - Ausstellungseröffnung im Rathaus Schmölln

Um 19 Uhr wird in der Rathausgalerie eine neue Ausstellung von Luise Neuperts Scherenschnitten eröffnet.
Titel: "Märchenhaft geschnitten von Luise Neupert und ehemaligen und derzeitigen Mitgliedern des Freundeskreis Scherenschnitt Schmölln "

Ausstellungszeitraum: 25.06. - 18.09.2026

30. Juni 2026 - Ausschreibungsende

Ende der Ausschreibung zum Luise-Neupert-Preis. Weitere Informationen dazu finden Sie auf dieser Seite ganz oben.

14. September 2026 - 100. Geburtstag Luise Neupert

Beginn: 18 Uhr in der Rathausgalerie

Anlässlich des 100. Geburtstages von Luise Neupert lädt die Stadt Schmölln zu einer besonderen Festveranstaltung in die Rathausgalerie ein. Freuen Sie sich auf ein Konzert mit Matthias und Michael von Hintzenstern, persönliche Erinnerungen von Wegbegleitern und Zeitzeugen sowie die Vorführung eines Films über das Leben und Wirken der Künstlerin. Zudem besteht die letzte Gelegenheit, die Ausstellung „Märchenhaft geschnitten“ zu besuchen. Im Anschluss sind alle Gäste zu einem kleinen Imbiss und einem Glas Sekt eingeladen.

"Zwei auf einem Streich" - Vernissage und Plauderstunde im Reussischen Hof

Schmölln, 10.12.2025. Die Doppelveranstaltung im Zeichen des Luise-Neupert-Jahres machte eindrucksvoll deutlich, welche Faszination und Tiefe im Scherenschnitt liegen – einer Kunstform, die gleichermaßen filigran, konzentriert und von großer Ausdruckskraft ist. Bereits die kleine Ausstellungserweiterung im Schmöllner Rathaus schuf eine offene, verbindende Atmosphäre, bevor sich der Blick ganz auf Werk und Wirken von Luise Neupert bei der Plauderstunde im Reussischen Hof richtete.

Zu Beginn der Plauderstunde wurden zwei historische Filmaufnahmen aus den Jahren 2003 und 2005 gezeigt, die einen Einblick in Neuperts künstlerisches Umfeld gaben. Der Film von 2005 dokumentierte die Arbeit des Freundeskreises Scherenschnitt, während die Aufnahme aus dem Jahr 2003 die Buchvorstellung der „Limericks 2“ im Ratskeller zeigte – mit Luise Neupert als zurückhaltende, zugleich präsente Persönlichkeit. Besonders prägend blieb ein Satz von Ingeborg König im Film: „Das Gehirn ist der Zeichenblock“ – ein Gedanke, der Neuperts Arbeitsweise und innere Bildwelt treffend beschreibt.

In den Gesprächen wurde deutlich, dass viele ihrer Werke bewusst für Krankenhäuser und Altenheime geschaffen wurden. Luise Neupert wollte Kunst dorthin bringen, wo Menschen Zeit haben zu schauen – in Flure, Gänge und Aufenthaltsräume. Ihre Scherenschnitte sollten nicht dominieren, sondern begleiten, Ruhe schenken und Freude machen. Dabei setzte sie weiße Flächen ganz gezielt als gestalterisches Mittel ein und schuf so besondere Akzente und eine außergewöhnliche Leichtigkeit.

Der Scherenschnitt wurde an diesem Abend auch als „sparsamste Kunstform“ beschrieben: Papier und Schere genügen – entscheidend sind Fertigkeit, Geduld und Vorstellungskraft. Als Lehrerin war Luise Neupert bekannt für ihre große Geduld und ihre Fähigkeit, Raum für eigene Gestaltung zu lassen. Sie war bescheiden, zurückgenommen und ließ stets das Werk für sich sprechen.

Der Freundeskreis Scherenschnitt entwickelte sich unter ihrer Inspiration zu einem einzigartigen Treffpunkt, zu dem Menschen aus Jena, Altenburg, Meuselwitz und der Region kamen – schlicht, weil es andernorts kein vergleichbares Angebot gab. Dieses lebendige Netzwerk ist bis heute Teil ihres Vermächtnisses.

Dass dieses Vermächtnis weiterhin wirkt, zeigte auch der Ausblick auf aktuelle Entwicklungen: So liegt inzwischen eine Anfrage des Feininger Museums Quedlinburg vor, das im Rahmen der Ausstellung „Starke Frauen in Ostthüringen“ 20 bis 30 Arbeiten von Luise Neupert präsentieren möchte. Themen wie Charme, leise Erotik, Limericks und mythologische Bezüge unterstreichen dabei die Vielfalt ihres Schaffens.

Den Abschluss der Plauderstunde bildete ein praktischer Teil, der den Geist des Abends noch einmal aufgriff: Grundlagen des Scherenschnitts wurden erklärt, und alle Anwesenden waren eingeladen, selbst zur Schere zu greifen. Dieses aktive Ausprobieren machte erfahrbar, was Luise Neupert auszeichnete – Konzentration, Mut zur Einfachheit und die Freude am eigenen Gestalten.

Veranstalter:
Stadtverwaltung Schmölln, Freundeskreis Scherenschnitt, „Fliegender Salon“.

Das Projekt „Der fliegende Salon“ wird gefördert im Programm TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel der Kulturstiftung des Bundes sowie durch die Thüringer Staatskanzlei.

Jubiläumsjahr 2026: Luise Neupert – Eine Künstlerin im Herzen des Altenburger Landes würdigen

Schmölln, 21.08.2025.  Das Jahr 2026 steht im Zeichen eines besonderen Jubiläums: Im September 2026 wäre Luise Neupert, die bedeutende Schmöllner Künstlerin und Illustratorin, 100 Jahre alt geworden.

Bereits jetzt laufen die ersten Planungen und Vorbereitungen, um dieses außergewöhnliche Jubiläum gebührend zu ehren und an das vielfältige Schaffen dieser bemerkenswerten Persönlichkeit zu erinnern.

Luise Neupert, die 2009 verstarb, verbrachte viele Jahre ihres künstlerischen Wirkens in Schmölln, wo sie gemeinsam mit ihrem Ehemann und Sohn lebte. Mit unermüdlichem Engagement schuf sie unzählige Märchenbilder und Buchillustrationen, die durch ihre meisterhafte Verbindung von Bild und Sprache begeisterten. Besonders ihre Liebe zur Schwarz-Weiß-Kunst zeigte sie auch durch die Initiierung eines „Freundeskreises Scherenschnitt“ im Rahmen des Kulturbundes, gemeinsam mit Ingeburg König. Dieser Kreis, gegründet vor über vierzig Jahren, brachte Frauen zusammen, die ihre Leidenschaft für den Scherenschnitt teilten und das Wissen der Meisterin in eigenen Werken weitergaben.

Ein Meilenstein in der Würdigung von Luise Neupert ist die Beteiligung an dem Projekt „Schatzsuche im Altenburger Land“ im Rahmen eines TRAFO-Projektes des Landkreises Altenburger Land, um ihre Bedeutung im kulturellen Gedächtnis der Region sichtbar zu machen.

Zur Erinnerung und Ehrung wurde am 19. Dezember 2024 eine Ausstellung auf den Gängen des Schmöllner Rathauses eröffnet. Diese Ausstellung bietet auch jetzt noch einen Einblick in das vielfältige Werk der Künstlerin und lädt alle Interessierten herzlich ein, ihre Kunst zu entdecken.

Für das Jubiläumsjahr 2025 und 2026 sind zahlreiche Aktionen geplant, um das Leben und Werk von Luise Neupert lebendig zu halten:

Ein Kindersalon im Rahmen des Projektes „Fliegender Salon“ wird in der Grundschule „Am Finkenweg“ stattfinden. Für den Herbst ist eine Plauderstunde im Reussischen Hof geplant, bei der sowohl junge als auch ältere Besucher in die Welt der Künstlerin eintauchen können.

Im Verlaufe dieses Jahres wird die Ausstellung im Schmöllner Rathaus erweitert. (Eröffnung am 09.12.2025)

Anfang 2026 erfolgt die Präsentation einer Dokumentation, die das Leben und Wirken von Luise Neupert filmisch nachzeichnet.

Ab Mai 2026 präsentiert die Burg Posterstein eine große Ausstellung zum Thema. Parallel dazu wird es auch zusätzlich in der Schmöllner Rathausgalerie eine weitere Gelegenheit geben, ihre Werke zu betrachten. Die Vernissage findet hier am 25.06.2026 um 19 Uhr statt.

Weiterhin werden auch die Fortführung der Kindersalons an den Grundschulen sowie Scherenschnitt-Workshops an der Volkshochschule geplant, um die Liebe zur Kunst weiterzugeben.

Ein besonderes Highlight wird der 14. September 2026: Zum 100. Geburtstag von Luise Neupert wird der „Luise-Neupert-Preis“ verliehen – ein neuer Kunstpreis, der alle zwei Jahre vergeben werden soll. Die Ausschreibung für den Sonderpreis erfolgt im Januar 2026.

„Wir freuen uns auf ein Jahr voller Inspiration, Kunst und gemeinsamer Erinnerungen und laden alle herzlich ein, an den vielfältigen Veranstaltungen teilzunehmen und das Erbe von Luise Neupert zu feiern“, so Bürgermeister Sven Schrade.

Das Projekt „Der fliegende Salon“ wird gefördert in TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel, einer Initiative der Kulturstiftung des Bundes, sowie durch die Thüringer Staatskanzlei.