
Projekt „Kinder forschen“ steht im Mittelpunkt des Austauschs
Im Rahmen seiner Sommertour besuchte Thüringens Kultusminister Christian Tischner am Mittwoch, 12. August, den Kindergarten „Nemzer Rasselbande“ in Nöbdenitz/Schmölln. Er informierte sich über die pädagogische Arbeit der Einrichtung. Im Mittelpunkt des Besuchs stand das Projekt „Kinder forschen“, mit dem die Kita seit vielen Jahren naturwissenschaftliches Entdecken, Bildung für nachhaltige Entwicklung und alltagsnahes Lernen erfolgreich miteinander verbindet.
Begleitet wurde der Minister unter anderem von Schmöllns Bürgermeister Sven Schrade, dem stellvertretenden Ortsteilbürgermeister Erich Zapp sowie Tobias Niebergall von der Kita-Aufsicht des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur (TMBJS). Ebenfalls vor Ort war Dr. Sven Günther, Vorstand der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT), Dr. Susanne Schweizer (Stiftung Kinder forschen Netzwerkbetreuerin Thüringen), die als regionale Netzwerkpartnerin der bundesweiten Stiftung Kinder forschen – ehemals „Haus der kleinen Forscher“ – aktiv ist. Weitere Vertreterinnen und Vertreter der Stiftung Kinder forschen nahmen ebenfalls an dem Besuch teil.
Bei einem Rundgang durch das Außengelände konnten die Gäste einen direkten Einblick in die Arbeit der Kita gewinnen. Mehrere kleine Forscherstationen zeigten zudem, wie die Kinder mit Neugier und Begeisterung selbstständig Phänomene aus ihrem Alltag entdecken, Fragen entwickeln und gemeinsam nach Antworten suchen.
Die „Nemzer Rasselbande“ wurde bereits zum achten Mal im August 2026 als Einrichtung im Projekt „Kinder forschen“ (ehemals „Haus der kleinen Forscher“) zertifiziert. Die Auszeichnung erhalten Kindertageseinrichtungen, die MINT-Bildung sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung dauerhaft in ihrem pädagogischen Konzept verankern. Voraussetzung hierfür sind unter anderem eine hohe pädagogische Qualität, die aktive Beteiligung der Kinder an Entdeckungs- und Forschungsprozessen sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit.
Die Kinder erleben ihre Umwelt dabei als täglichen Lern- und Forschungsraum. Die unmittelbare Nähe zu Wald, Wiesen, Bächen und landwirtschaftlichen Flächen wird gezielt in die pädagogische Arbeit einbezogen, berichtet Kindergartenleitung Madleen Krug. Gemeinsam mit den Erzieherinnen und Erziehern erkunden sie Naturphänomene, beobachten Tiere und Pflanzen, besuchen die Agrargenossenschaft oder den Fleischer im Ort und lernen ihre Heimat kennen. Unterstützt werden sie dabei unter anderem von einem Jäger und Waldpädagogen, der regelmäßig Projekte und Exkursionen begleitet. So verbindet die Einrichtung naturwissenschaftliches Lernen mit Heimatverbundenheit und Nachhaltigkeit.
Ein weiterer Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit ist die gesunde Ernährung. Zwei Fachkräfte wurden im Rahmen der Initiative „Ich kann kochen“ der Sarah-Wiener-Stiftung zu Genussbotschaftern ausgebildet. Gemeinsam mit den Kindern wird regelmäßig gekocht und gebacken. Spielerisch lernen sie dabei den Umgang mit frischen Lebensmitteln kennen und entwickeln Freude an einer gesunden und nachhaltigen Ernährung. Durch einen Förderpreis der IKK classic konnten unter anderem Kochutensilien, Küchengeräte sowie technische Ausstattung für die Einrichtung angeschafft werden.
Seit vielen Jahren beteiligt sich die Kita zudem erfolgreich an verschiedenen Projekten. Dazu gehören unter anderem „Gartenkinder“, das Milchprojekt, das Wikilino-Projekt (Förderung von MINT-Fähigkeiten über einen künstlerischen Ansatz), mehrere Nachhaltigkeitsprojekte sowie das EU-Schulmilchprogramm.
„Die Nemzer Rasselbande zeigt eindrucksvoll, wie moderne frühkindliche Bildung gelingen kann. Kinder entdecken hier mit Begeisterung ihre Umwelt, stellen Fragen, forschen und lernen ganz selbstverständlich Verantwortung für Natur und Nachhaltigkeit. Dieses Engagement verdient große Anerkennung. Gleichzeitig war der Besuch eine gute Gelegenheit, mit Kultusminister Christian Tischner über die Rahmenbedingungen unserer Kindertageseinrichtungen und die Auswirkungen der demografischen Entwicklung ins Gespräch zu kommen“, sagte Bürgermeister Sven Schrade.
Neben den pädagogischen Schwerpunkten wurden auch aktuelle Entwicklungen der Einrichtung thematisiert. Zum 1. Juli 2026 werden im Kindergarten 51 Kinder betreut. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Belegung voraussichtlich auf 44 Kinder zum 1. September beziehungsweise 45 Kinder zum 1. Dezember zurückgehen.
Die Stadt Schmölln investiert dennoch kontinuierlich in den Erhalt und die Weiterentwicklung der Einrichtung. Derzeit werden die Sanitäreinrichtungen entsprechend den Vorgaben der geänderten Betriebserlaubnis angepasst. Im Krippenbereich wird in diesem Jahr der Fußbodenbelag erneuert. Darüber hinaus ist der Austausch der verschlissenen Rauchschutztüren vorgesehen.
Der Besuch machte deutlich, dass der Kindergarten „Nemzer Rasselbande“ mit seinem pädagogischen Konzept, seiner engen Verbindung von Forschen und Natur sowie seinem engagierten Team auch künftig ein wichtiger Bildungs- und Begegnungsort für Kinder und Familien in Nöbdenitz bleibt.










