Rathaus setzt auf Sonnenenergie

PV Anlage Rathaus 2026

Neue Photovoltaikanlage mit Speicher stärkt Eigenversorgung und senkt Energiekosten

Auf dem Garagendach im Innenhof des Schmöllner Rathauses wurde diese Woche eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher in Betrieb genommen. Die Anlage wurde rund einen Monat nach dem Vergabebeschluss des Technischen Ausschusses installiert. Die Bauzeit betrug lediglich eine Woche. Mit dem Projekt investiert die Stadt gezielt in die Nutzung erneuerbarer Energien und die Senkung ihrer laufenden Betriebskosten.

Die Photovoltaikanlage verfügt über eine Leistung von 21,8 Kilowattpeak (kWp) und wird durch einen Batteriespeicher mit einer Kapazität von 27,9 Kilowattstunden ergänzt. Der erzeugte Strom soll vorrangig direkt im Rathaus genutzt werden. Dazu zählt auch der Strombedarf für das Laden der städtischen Elektrofahrzeuge. Der jährliche Stromverbrauch des Rathauses einschließlich der Fahrzeugladung liegt bei rund 60.000 Kilowattstunden.

Auf Grundlage einer Simulation mit den tatsächlichen Verbrauchsdaten aus dem Jahr 2024 und den Ertragswerten einer vergleichbaren Photovoltaikanlage wurde eine jährliche Stromerzeugung von rund 23.000 Kilowattstunden prognostiziert. Davon könnten etwa 20.500 Kilowattstunden direkt vor Ort verbraucht werden. Lediglich rund 2.500 Kilowattstunden würden ins öffentliche Netz eingespeist. Die Berechnung geht von einer jährlichen Einsparung in Höhe von etwa 6.300 Euro aus. Je nach Wetterlage und Stromverbrauch können die tatsächlichen Werte variieren.

„Mit der neuen Anlage leisten wir einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zur Energiewende vor Ort. Wir investieren bewusst in unsere eigenen städtischen Gebäude, um langfristig Energiekosten zu senken und unsere Ressourcen effizienter zu nutzen. Gerade als Kommune sollten wir die Möglichkeiten, die sich uns bieten, konsequent ausschöpfen“, erklärt Bürgermeister Sven Schrade.

Auch wirtschaftlich ist das Vorhaben vielversprechend: Unter Einbeziehung der notwendigen Dacharbeiten und des Gerüstes wurde eine Vollkostenrechnung erstellt. Demnach liegt die prognostizierte Amortisationszeit für die Anlage einschließlich Speicher bei rund 5,2 Jahren. Eine möglichst bedarfsgerechte Steuerung der Ladevorgänge der Elektroautos könnte die Wirtschaftlichkeit weiter verbessern, indem mehr des selbst erzeugten Solarstroms direkt genutzt wird.

Angestoßen wurde das Projekt durch den Schmöllner Energiemanager Marcel Seiler, der seit Ende 2024 in der Stadtverwaltung tätig ist. Zu seinen Aufgaben gehört es, ein ganzheitliches Energiemanagement aufzubauen und weiterzuentwickeln. Dazu zählen die Erfassung und Auswertung der Energieverbräuche städtischer Gebäude, die Identifizierung von Einsparpotenzialen sowie die Entwicklung und Umsetzung geeigneter Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz. Darüber hinaus begleitet er den technischen Betrieb der Anlagen und unterstützt dabei, Energieeinsparungen dauerhaft im Verwaltungsalltag zu verankern.

„Die neue Photovoltaikanlage ist ein konkretes Beispiel dafür, wie durch systematisches Energiemanagement Einsparpotenziale erkannt und in praktische Maßnahmen umgesetzt werden können“, so Marcel Seiler. Die Stadt Schmölln setzt damit ihren Weg fort, den Energieverbrauch ihrer Liegenschaften zu optimieren und langfristig wirtschaftlicher und nachhaltiger zu gestalten.