
Von Feuerwehr und Infrastruktur über Freibad und Stadtwerke bis zur Digitalisierung und zum Haushalt 2027
Der Stadtrat der Stadt Schmölln hat in seiner Sitzung am 1. Oktober 2026 mehrere wichtige Entscheidungen für die weitere Entwicklung der Stadt getroffen. Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Beschaffung eines neuen Tanklöschfahrzeuges, der Neubau des Sozial- und Verwaltungsgebäudes an der Kläranlage, Investitionen in die Abwasserinfrastruktur, die künftige Betriebsführung des Freibades sowie die Digitalisierung der Gremienarbeit.
Neues Tanklöschfahrzeug für die Feuerwehr
Der Stadtrat stimmte einer Änderung des bereits vergebenen Auftrages für ein neues Tanklöschfahrzeug zu. Statt des ursprünglich vorgesehenen Tanklöschfahrzeuges TLF 3000 wird nun ein leistungsfähigeres TLF 4000 der Firma Rosenbauer Deutschland GmbH beschafft.
Das Fahrzeug verfügt über einen Wassertank mit 4.000 Litern Fassungsvermögen und damit über 1.000 Liter mehr als das ursprünglich vorgesehene Fahrzeug. Hinzu kommt ein fest verbauter Schaummitteltank mit 500 Litern. Auch die höhere Gewichtsreserve und damit verbesserte Zuladungsmöglichkeiten sprechen für die größere Fahrzeugvariante.
Der Kaufpreis beträgt 482.465 Euro brutto. Damit liegt das TLF 4000 um 7.735,92 Euro über dem ursprünglich vergebenen Auftrag für das TLF 3000. Die Förderung des Freistaates Thüringen in Höhe von 125.000 Euro bleibt unverändert bestehen.
400.000 Euro für die Stadtwerke Schmölln
Der Stadtrat beschloss zudem eine freiwillige Einzahlung der Stadt Schmölln in die Kapitalrücklage der Stadtwerke Schmölln GmbH in Höhe von 400.000 Euro. Die Mittel waren bereits im Haushaltsplan 2026 vorgesehen und genehmigt.
Die Einzahlung dient der allgemeinen Stärkung der Stadtwerke und soll diese in die Lage versetzen, ihren Gesellschaftszweck und die bestehenden Aufgaben zu erfüllen.
Rund 836.00 Euro für Abwasserentsorgung in Selka
Ein weiterer Beschluss betrifft die Verbesserung der Abwasserinfrastruktur in Selka. In den Straßen Am Thongraben, Am Fuchsloch und Am Schmiedeberg werden neue Schmutz- und Regenwasserkanäle sowie Grundstücksanschlusskanäle errichtet.
Nach öffentlicher Ausschreibung und Prüfung der Angebote wurde der Auftrag an die regionale Firma HELI Transport und Service GmbH aus Schmölln vergeben. Das Unternehmen hatte mit 836.313,16 Euro brutto das wirtschaftlichste Angebot vorgelegt. Darin berücksichtigt ist auch ein positiv bewertetes Nebenangebot für eine Spülbohrung in einem bestimmten Bauabschnitt.
Die Maßnahme ist mit rund 1,05 Millionen Euro im Haushalt veranschlagt.
Neue Grundlage für die Betriebsführung des Freibades
Für die technische und organisatorische Betriebsführung des Freibades Schmölln durch die Stadtwerke Schmölln GmbH gilt ab 2027 eine neue Kalkulationsgrundlage. Der Stadtrat stimmte der von den Stadtwerken vorgelegten Selbstkostenkalkulation zu.
Für das Jahr 2027 wird ein Selbstkostenfestpreis von 210.400 Euro netto zugrunde gelegt. Die bisherige umsatzabhängige Vergütung in Höhe von 40 Prozent der Einnahmen aus Eintrittsgeldern entfällt künftig.
Die neue Kalkulation berücksichtigt insbesondere den tatsächlich erforderlichen Personaleinsatz sowie Material-, Dienstleistungs- und weitere Betriebskosten. Insgesamt werden für den Freibadbetrieb anteilig 28 Beschäftigte der Stadtwerke eingesetzt, was 1,87 Vollzeitäquivalenten entspricht. Die Stadtverwaltung hat die vorgelegte Kalkulation auf ihre Angemessenheit geprüft.
Mit der Umstellung soll die Vergütung künftig nachvollziehbar und auf Grundlage der tatsächlich erforderlichen und nach den preisrechtlichen Vorgaben anrechenbaren Kosten ermittelt werden.
Digitale Gremienarbeit wird verbindlich geregelt
Der Stadtrat beschloss außerdem eine Richtlinie für die digitale Gremienarbeit der Stadt Schmölln. Sitzungsunterlagen, Anträge, Beratungsvorlagen und Niederschriften sollen damit vollständig digital über das Gremieninformationssystem bereitgestellt und bearbeitet werden.
Die digitale Arbeitsweise soll den Verwaltungsaufwand reduzieren, Kosten senken und den Mitgliedern der kommunalen Gremien einen jederzeitigen Zugriff auf Unterlagen und frühere Beschlüsse ermöglichen. Für die Teilnahme an der digitalen Gremienarbeit erhalten die Stadtratsmitglieder einen einmaligen Zuschuss von 300 Euro zur Beschaffung und Unterhaltung der notwendigen Hardware.
Darüber hinaus beschloss der Stadtrat die Besetzung des gemeinsamen Ausschusses des Städteverbundes Schmölln-Gößnitz. Die Städte Schmölln und Gößnitz arbeiten bereits seit 2002 in diesem Verbund zusammen.
Haushaltsentwurf 2027 beraten
Neben den konkreten Einzelentscheidungen befasste sich der Stadtrat auch mit dem Haushaltsentwurf der Stadt Schmölln für das Jahr 2027. Der Entwurf wurde im Rahmen der Sitzung beraten und bildet die Grundlage für die weitere Haushaltsdiskussion.
Die formelle Beschlussfassung über den Haushalt 2027 soll voraussichtlich in der Stadtratssitzung im Dezember erfolgen. Bis dahin besteht die Möglichkeit, die Beratungen zum Haushaltsentwurf fortzuführen und gegebenenfalls noch Anpassungen vorzunehmen.
Weitere Beschlüsse
Auf der Tagesordnung standen außerdem die Bestätigung des Jahresabschlusses 2025 der Wohnungsverwaltung Schmölln GmbH, die Ergebnisverwendung sowie die Entlastung von Geschäftsführung und Aufsichtsrat und die Vergabe der Jahresabschlussprüfung 2026.
Zitat Bürgermeister Sven Schrade:
„Die heutigen Beschlüsse zeigen, wie vielfältig die Aufgaben sind, vor denen unsere Stadt steht. Wir investieren in die Sicherheit unserer Feuerwehr, in eine leistungsfähige Infrastruktur und in wichtige kommunale Einrichtungen. Gleichzeitig schaffen wir mit der Digitalisierung der Gremienarbeit neue und zeitgemäße Arbeitsstrukturen. Mit der Beratung des Haushaltsentwurfs 2027 richten wir zudem bereits den Blick auf die kommenden Aufgaben und finanziellen Herausforderungen.“
