Gemeinsam die Region stärken

V.l.n.r.: Am Treffen nahmen Jörg Schmeißer (Bürgermeister der Stadt Meerane), André Raphael (Oberbürgermeister der Stadt Crimmitschau), Sören Kristensen (Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Werdau), Sven Schrade (Bürgermeister der Stadt Schmölln), Patrick Albrecht (Bürgermeister der Stadt Gößnitz) und Marcel Greunke (Bürgermeister der Gemeinde Ponitz) teil. Bürgermeisterin Ines Liebald aus Neukirchen war entschuldigt.

Arbeitsgemeinschaft „terra plisnensis“ tauscht sich zu wirtschaftlichen Herausforderungen und gemeinsamer Entwicklung aus

Anfang November kam die Kommunale Arbeitsgemeinschaft „terra plisnensis“ zu ihrem regelmäßigen Austausch im Schmöllner Rathaus zusammen. Im Mittelpunkt des Treffens standen die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen in der Region sowie die Frage, wie die beteiligten Kommunen diesen gemeinsam begegnen und die Entwicklung des länderübergreifenden Wirtschaftsraumes aktiv voranbringen können.

In dem Zusammenschluss arbeiten die Städte Schmölln, Werdau, Gößnitz, Meerane und Crimmitschau sowie die Gemeinden Neukirchen und Ponitz über Ländergrenzen hinweg zusammen. Der regelmäßige Austausch bietet Gelegenheit, gemeinsame Interessen zu bündeln, Erfahrungen zu teilen und mögliche Lösungsansätze für die Herausforderungen der Region zu diskutieren.

Auf der Tagesordnung standen dabei zahlreiche Themen, die die Kommunen beiderseits der Landesgrenze gleichermaßen beschäftigen. So tauschten sich die Vertreterinnen und Vertreter unter anderem über die Digitalisierung der kommunalen Verwaltung, die Wirtschaftsentwicklung in der Region Ostthüringen/Westsachsen sowie die finanzielle Situation der Gemeinden aus. Weitere Gesprächsthemen waren Möglichkeiten der interkommunalen Zusammenarbeit, beispielsweise in den Bereichen IT, Standesamt und Feuerwehrtechnisches Zentrum. Auch gemeinsame Gemeindevollzugsdienste sowie die Betriebskostenzuschüsse für die Hallenbäder in Schmölln und Werdau wurden thematisiert.

„Die Herausforderungen, vor denen unsere Kommunen stehen, machen nicht an Stadt- oder Landesgrenzen halt. Umso wichtiger ist es, miteinander im Gespräch zu bleiben, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln. Mit der Arbeitsgemeinschaft ‚terra plisnensis‘ haben wir dafür eine gewachsene und verlässliche Plattform, die wir auch künftig aktiv nutzen wollen“, betont Bürgermeister Sven Schrade.

Ein besonderer Moment des Treffens war die Staffelstabübergabe von Schmölln an Werdau. Als symbolischer Staffelstab dient ein historisches Weberschiffchen. Es steht für die gemeinsame Textil- und Webereitradition, die die beteiligten Städte und Gemeinden historisch eng miteinander verbindet.

Auch der Name der Arbeitsgemeinschaft verweist auf die gemeinsame Geschichte der Region. Ihre Ursprünge reichen bis in das Ende des 6. Jahrhunderts zurück, als Slawen den Pleißen-Raum besiedelten und diesen als „pagus plisni“, den Pleißengau, bezeichneten. Im Mittelalter gewann das als „terra plisnensis“ bezeichnete Gebiet als Reichslandterritorium an Bedeutung. Der historische Raum umfasste damals unter anderem Gebiete der heutigen Städte Zeitz, Werdau, Crimmitschau, Altenburg, Zwickau, Schmölln und Waldenburg.

Mit dem zunehmenden Einfluss verschiedener Herrschaftsgebiete verlor sich die Bezeichnung „terra plisnensis“ bis ins 14. Jahrhundert. Als die Städte Crimmitschau, Gößnitz, Meerane, Schmölln und Werdau sowie die Gemeinden Langenbernsdorf und Ponitz im Jahr 2004 ihre länderübergreifende Arbeitsgemeinschaft gründeten, wählten sie bewusst diese traditionelle Bezeichnung und knüpften damit an die gemeinsame Geschichte des historischen Raumes an.

Die Zusammenarbeit der Kommunen blickt bereits auf eine lange Geschichte zurück: Im Jahr 2001 fanden sich erstmals mehrere Städte aus Sachsen und Thüringen zu einer informellen Abstimmungsrunde zusammen. Seit 2004 besteht die länderübergreifende Arbeitsgruppe unter dem Namen „terra plisnensis“. Im Jahr 2009 wurden die Gemeinden Neukirchen und Ponitz in den Zusammenschluss aufgenommen und die Zusammenarbeit als Kommunale Arbeitsgemeinschaft verbindlich geregelt.

Auch heute ist dieser kontinuierliche Austausch von großer Bedeutung. Gemeinsam wollen die Kommunen ihre Interessen vertreten, Synergien nutzen und die Zukunft ihrer Region aktiv mitgestalten.